Yoga-Meditation Teil 2

In Teil 1 dieser Reihe über die Yoga-Meditation habe ich über das Bewusstsein geschrieben. Nun geht es spannend weiter.

Was ist Samyama?

Samyama wird im letzten Kapitel der Yoga Sutra von Patanjali beschrieben und erläutert. Es sind die drei letzten Glieder des achtgliedrigen Pfades. In diesem letzten Kapitel geht es darum, den Weg zur Erleuchtung/Erkenntnis zu gelangen. Dieser Weg ist jedoch nur möglich, wenn zuvor den anderen Gliedern genügend Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde. Diese dienen dem Zweck der Vorbereitung für Samyama. Ohne diese Vorbereitung ist es fast unmöglich direkt bei Samyama zu beginnen, da wichtige Grundlagen fehlen. Es besteht also keine “Abkürzung” zur Erleuchtung-, der komplette Yoga Weg ist erforderlich, um zum letzten wichtigen Schritt zu gelangen – Samadhi.

Samyama setzt sich aus drei Übungsgliedern zusammen:

Dharana –  Ausrichtung, Konzentration
Dyhana – reine Schau, Beobachtung
Samadhi – vollkommene Erkenntnis, Erleuchtung

Die drei Übungswege

Diese drei Übungswege sind nicht genau voneinander abzugrenzen und gehen fließend ineinander über. Ein beharrliches Üben ist nötig, um immer wieder tief einzutauchen und dem Ziel Samadhi ein Stück näher zu kommen.
In der ersten Phase Dharana schult man seine Konzentration auf eine Sache/Gegenstand. Ziel der Übung ist es, sich voll uns ganz auf das ausgewählte Objekt zu fokussieren ohne dass die Gedanken abschweifen.
Im zweiten Schritt tritt eine Steigerung von Dharana auf. Dies geschieht im Verlauf des Übens. Der Geist bleibt ruhig und die Konzentration bleibt aufrecht. Die Wahrnehmung und Erkenntnis wird immer wieder aufs Neue erschaffen.
Der letzte Schritt ist das Erlangen von Samadhi. Eine tiefe Versenkung tritt ein. Gefühle wie Glückseligkeit und Selbstzufriedenheit treten auf. Der Geist wird von mal zu mal klarer und offen für sein Innerstes.

Die Phasen oder Stufen des Samyamas

Die Phasen von Samyama stellen die Transformation des Bewusstseins dar. Diese gliedert sich in fünf Phasen. Es wird mit der Phase Nirodha-Parinama begonnen. In diesem Zustand treten die vergangenen Erlebnisse in den Hintergrund. Der Geist wird still und ruhig. Es entsteht ein Fluss der Konzentration.
In der nächsten Stufe Samadhi-Parinama wird dieser Fluss der Konzentration gehalten. In diesem Grad der Vertiefung fließt eine alles einschließende Konzentration.
Erreicht man von hier aus eine vollkommene Versenkung hin auf einen Punkt, so ist die nächste Stufe erreicht, die Ekagrata-Parinama. Diese Versenkung ist in sich dynamisch, der Yogi bleibt mit dem Thema verbunden, fließt jedoch von Augenblick zu Augenblick.
Aus diesen vorangegangen Veränderungen des Bewusstseins gehen drei weitere Veränderungen des Geistes hervor. Dharama Parinama, Laksana Parinama und Avastha Parinama. In diesen Stufen verändert sich das Verständnis von Zeit, durch die vorherigen Prozesse und Wandlungen des Geistes.

Im nächsten Teil dieser Serie über Yoga-Meditation gehe ich auf Purusa und Citta ein. Bis dahin freue ich mich, Sie zu einem Probetraining einzuladen. Hier kontaktieren Sie mich.

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